Eine Sampling-Kampagne hat fast immer einen festen Starttermin: den Versand einer Kundenzeitschrift, den Beginn einer Aktionswoche im Handel oder eine Messe. Zwischen der Anlieferung der Proben und diesem Datum liegen oft nur zwei Wochen, und in dieser Zeit müssen aus Paletten voller Sachets, Flyer und leerer Beutel 100.000 fertige, gezählte und kartonierte Probenbeutel werden. Dieser Beitrag zeigt an einem durchgerechneten Beispiel, wie ein solcher Auftrag Tag für Tag abläuft, wie viele Arbeitsstunden er braucht, wie Halle und Heimarbeit zusammenwirken und an welchen Stellen Kampagnen in der Praxis ins Stocken geraten.
Wie sieht der Auftrag im Beispiel aus?
Ein Hersteller von Nahrungsergänzung aus Mittelfranken bringt ein neues Proteinpulver auf den Markt. Die Proben sollen als Beilage in Onlinebestellungen und über Fitnessstudios verteilt werden. Gepackt werden 100.000 Beutel mit je einem Portionssachet und einem gefalteten Flyer, beides in einem glasklaren PP-Beutel mit Klebestreifen, dazu 250 Beutel je Karton. Die Sachets kommen fertig versiegelt vom Abfüller, die Flyer von der Druckerei, die Beutel vom Beutellieferanten. Der Standort des Kunden liegt rund 187 km von unserem Betrieb in Záchlumí entfernt; zwischen Abholung und Anlieferung der fertigen Kartons stehen zehn Arbeitstage.
Lebensmittel verpacken wir nur in geschlossener Primärverpackung – etwa Sachets, Riegel oder Kapseldosen; offene Lebensmittel füllen wir nicht ab. Genau das ist hier der Fall: Das Pulver ist im Sachet dicht verschlossen, wir öffnen nichts und füllen nichts um. Unsere Arbeit beginnt an der Außenseite der Primärverpackung.
Wie viele Sekunden und Stunden braucht ein Probenbeutel?
Je Beutel fallen drei Schritte an: Sachet einlegen und Klebestreifen schließen (10 Sekunden), Flyer zulegen (3 Sekunden) und kartonieren (2 Sekunden), dazu ein kleiner Anteil für Greifen und Ablegen:
| Schritt | Anzahl | Sekunden je Schritt | Sekunden je Beutel |
|---|---|---|---|
| Polybeutel mit Klebestreifen schließen | 1 | 10 | 10 |
| Beileger oder Flyer zulegen | 1 | 3 | 3 |
| Kartonieren je Beutel | 1 | 2 | 2 |
| Greifen, Ausrichten, Ablegen | 1 | 2 | 2 |
| Summe | 17 |
Bei 100.000 Beuteln ergibt das rund 472 Arbeitsstunden. Mit dem Kalkulationssatz von 16,50 € je Stunde sind das 7.792 € Arbeit, dazu 60 € Einrichtung und 1.042 € für den Transport von 8 Paletten hin und zurück. Zusammen kostet die Kampagne damit rund 8.894 €, also 8,9 ct je Probenbeutel, davon 7,8 ct reine Arbeit. Richtwerte 2026 – unverbindlich. Ihr konkretes Angebot erhalten Sie nach Anfrage und Muster. Beutel, Sachets und Flyer sind nicht enthalten.
Reichen Halle und Heimarbeit für 100.000 Beutel in zwei Wochen?
Rein rechnerisch ja, und mit großem Abstand. An unseren Standorten stehen bis zu 2.000 Arbeitsstunden am Tag in den Hallen zur Verfügung, dazu 3.000 Stunden täglich in Heimarbeit. Die 472 Stunden dieses Auftrags passen also auch dann in den Plan, wenn parallel andere Kampagnen laufen. Engpass ist nicht die Kapazität, sondern der Materialfluss: Sachets, Flyer und Beutel müssen vollständig da sein, das Erstmuster muss freigegeben werden, und die Kartons müssen rechtzeitig auf der Straße sein.
Einfache, wiederholbare Füllaufgaben mit zwei bis fünf Teilen je Beutel können in Heimarbeit laufen; Schweißanlage, Verschlusskontrolle und die 100 % Ausgangskontrolle bleiben immer in der Halle. Sachet und Flyer in einen Beutel mit Klebestreifen zu stecken ist genau so eine einfache, wiederholbare Aufgabe. Wir verteilen im Beispiel einen Teil der Menge an geschulte Heimarbeitskräfte, die mit abgezählten Materialsätzen und dem Foto des freigegebenen Musters arbeiten. Die gefüllten Beutel kommen zurück in die Halle und durchlaufen dort dieselbe Ausgangskontrolle wie alle anderen. Wie APOOL WERKE Heimarbeit organisiert und kontrolliert, steht im Beitrag Heimarbeit als Kapazitätsreserve auf apool.de.
Wie läuft die Kampagne Tag für Tag ab?
| Arbeitstag | Was passiert | Ergebnis |
|---|---|---|
| Tag 1 | Abholung von Sachets, Flyern, Beuteln und Kartons beim Kunden und bei der Druckerei durch die Partnerspedition | Material unterwegs, Lieferscheine liegen vor |
| Tag 2 | Wareneingang: Paletten fotografiert, Sachets und Flyer gewogen und gezählt, Stichprobe der Sachets auf Dichtheit | Bestandsmeldung per E-Mail, Fehlmengen am selben Tag gemeldet |
| Tag 3 | Erstmuster: 10 Beutel genau nach Vorgabe gepackt, Fotos an den Kunden | Freigabe oder Korrektur |
| Tag 4 | Freigabe, Arbeitsanweisung mit Musterfoto an allen Plätzen, Ausgabe der Materialsätze an die Heimarbeit | Serienstart in Halle und Heimarbeit |
| Tag 5 bis 8 | Serie mit rund 118 Stunden am Tag, Zwischenkontrolle je Charge, laufende Ausgangskontrolle in der Halle | täglich rund ein Viertel der Menge fertig kartoniert |
| Tag 9 | Restmengen, letzte Rückläufe aus der Heimarbeit, Abschluss des Zählprotokolls, Palettieren | 8 Paletten versandbereit, Protokoll an den Kunden |
| Tag 10 | Verladung und Rücklieferung an das Lager des Kunden | Kampagne startklar |
Der Plan enthält bewusst Luft. Tritt beim Erstmuster eine Korrektur auf, etwa weil der Flyer anders gefaltet werden soll, verschiebt sich der Serienstart um einen Tag, ohne dass der Liefertermin wackelt. Wird es trotzdem eng, lassen sich zusätzliche Schichten einplanen: Eilaufträge auch am Wochenende und an Feiertagen, mit einem Zuschlag von 25 % auf die Arbeitszeit.
Was kann schiefgehen, und wie fangen wir es ab?
- Beileger fehlen: Die Druckerei liefert 95.000 statt 100.000 Flyer, weil Makulatur abgezogen wurde. Beim Wiegen im Wareneingang fällt das am zweiten Tag auf, nicht am achten; Sie können rechtzeitig nachdrucken lassen oder die Menge anpassen.
- Sachets undicht: Einzelne Portionsbeutel haben eine schwache Siegelnaht, Pulver tritt aus. Wir prüfen beim Wareneingang eine Stichprobe und bei jedem Beutel in der Kontrolle, undichte Sachets werden ausgesondert, gezählt und gemeldet; nachgefüllt oder neu verschlossen wird nichts.
- Falscher Stand des Flyers: Auf einer Palette liegt noch die Vorversion mit alter Rabattaktion. Deshalb steht ein Foto des freigegebenen Flyers in der Arbeitsanweisung, und jede Palette wird beim Eingang gegen dieses Foto geprüft.
- Beutel zu knapp: Der gefaltete Flyer passt nur mit Mühe neben das Sachet in den Beutel, jede Handbewegung dauert länger. Das zeigt sich am Erstmuster, bevor 100.000 Beutel betroffen sind.
- Kartons zu schwach oder zu groß: Stimmen Kartongröße und Stückzahl nicht, sackt die Palette ab. Wir legen Kartonbild und Stückzahl mit dem Erstmuster fest.
Wir versprechen keinen Fehleranteil, sondern einen nachvollziehbaren Prozess: Erstmuster mit Fotofreigabe, Arbeitsanweisung, Zwischenkontrolle, 100 % Ausgangskontrolle und Zählprotokoll je Karton und Palette.
Was bekommen Sie am Ende als Nachweis?
Mit den Paletten geht ein Zählprotokoll an Sie, das für jeden Karton die Zahl der Beutel, die Charge der Sachets und das Packdatum nennt, auf Palettenebene zusammengefasst. Dazu kommen die Zahl der ausgesonderten Sachets mit Grund, die Restmengen an Flyern und leeren Beuteln sowie Fotos vom Wareneingang und von den verladenen Paletten. Bleibt Material übrig, schicken wir es mit zurück oder lagern es bis zur nächsten Welle der Kampagne ein.
Was sollten Sie für eine Sampling-Kampagne früh klären?
Je früher Sie uns einbinden, desto mehr Spielraum bleibt. Nennen Sie in der Anfrage die Stückzahl, den Inhalt je Beutel, den Beutel mit Maß und Verschluss, die Liefertermine von Abfüller, Druckerei und Beutellieferant sowie das Datum, an dem die Kartons beim Empfänger sein müssen. Wie Sie den Beutel richtig spezifizieren, erklärt der Beitrag Beutelspezifikation richtig angeben, alles zur Leistung selbst steht unter Proben, Sachets und Beileger eintüten. Ihr Angebot mit Zeitplan erhalten Sie binnen 24 Stunden über die Anfrage; wer lieber spricht, erreicht Elisabeth Zachová direkt unter +420 604 373 376.