Ein T-Shirt, das lose im Karton liegt, kommt zerknittert beim Endkunden an, lässt sich im Lager schlecht zählen und wird im Retourenfall kaum wieder verkaufsfähig. Deshalb verlangen Modehäuser, Filialisten und Onlinehändler Textilien fast immer einzeln gefaltet und in einem Polybeutel, oft mit Einleger und mit einem Etikett, das Größe, Farbe und Artikelnummer von außen zeigt. Dieser Beitrag beschreibt, wie das Falten nach Vorlage, das Eintüten und die Kennzeichnung bei einem Dienstleister ablaufen, wie viele Sekunden jeder Schritt kostet und welche Angaben Sie vorab festlegen sollten, damit 15.000 Teile genauso aussehen wie das erste Muster.
Warum braucht Textil vor dem Eintüten eine Faltvorlage?
Zehn Menschen falten ein Poloshirt auf zehn verschiedene Arten. Für den Beutel ist das kein Schönheitsfehler, sondern ein Maßproblem: Ein zu breit gefaltetes Teil spannt die Folie, die Klappe schließt nicht sauber, und im Karton passen statt 40 nur noch 32 Stück. Die Faltvorlage legt deshalb drei Dinge fest: das Endmaß des gefalteten Teils (zum Beispiel 22 × 30 cm), die Sichtseite (Logo oder Print oben, Kragen zur Beutelöffnung) und die Reihenfolge der Faltungen, also Ärmel nach hinten, Seiten einschlagen, dann einmal oder zweimal quer.
An unseren Standorten arbeiten wir dafür an Falttischen für Textil; für Serien mit gleichem Schnitt nutzen die Mitarbeitenden eine Faltschablone in genau diesem Endmaß. Am schnellsten geht es, wenn Sie uns ein fertig gefaltetes Musterteil mitschicken oder drei Fotos: flach ausgebreitet, halb gefaltet, fertig. Das Foto des freigegebenen Teils steht später in der elektronischen Arbeitsanweisung an jedem Platz, zusammen mit Beutelgröße und Etikettposition.
Welcher Beutel passt zu Shirt, Pullover und Strumpfware?
Für die meisten Oberteile ist der glasklare PP-Beutel mit Klappe und Klebestreifen üblich: Das Teil bleibt gut sichtbar, der Beutel lässt sich im Handel öffnen und wieder schließen, und das Verschließen dauert nur Sekunden. Dickere Strickware, Hoodies oder Fleece passen besser in einen Seitenfaltenbeutel, weil die Falten das zusätzliche Volumen aufnehmen, ohne dass die Folie reißt. Für Strümpfe im Mehrfachpack, Unterwäsche oder Accessoires eignet sich ein eingeschweißter PE-Flachbeutel, bei Aktionsware auch ein Stoff- oder Organzabeutel mit Kordel.
Wie stark die Folie sein muss und ob Lüftungslöcher gestanzt sind, entscheidet nicht der Packer, sondern Ihre Beutelspezifikation. Bei PE-Beuteln verarbeiten wir Stärken von 25–100 µm; welche davon Ihr Abnehmer erwartet, steht in seiner Lieferantenrichtlinie. Wie Sie Maß und Stärke so angeben, dass der Beutel beim ersten Mal passt, erklärt der Beitrag Beutelspezifikation richtig angeben.
Wozu dient der Einleger, und was gehört hinein?
Ein Einleger ist mehr als Dekoration. Ein Kartonstreifen in Beutelgröße hält das gefaltete Teil in Form, sodass es beim Stapeln und im Versand nicht verrutscht; Seidenpapier schützt empfindliche Drucke vor dem Abfärben auf die Folie. Häufig kommen gedruckte Beileger dazu: Pflegehinweise, ein Größenguide, ein Gutschein für den nächsten Einkauf oder die Retourenanleitung eines Onlineshops.
Für den Ablauf zählt vor allem die Reihenfolge. Liegt der Einleger unter dem Teil, wird er beim Falten mit eingelegt; liegt er obenauf, kommt er erst beim Eintüten dazu und muss in der Kontrolle gut sichtbar sein. Beides legen wir beim Erstmuster fest. Jeder zusätzliche Beileger kostet am Tisch rund 3 Sekunden, dazu die Zählung beim Wareneingang, damit am Ende nicht 300 Beutel ohne Pflegehinweis dastehen.
Was verlangen Handel und Marktplätze typischerweise am Textilbeutel?
Die Anforderungen unterscheiden sich von Abnehmer zu Abnehmer und ändern sich immer wieder. Typische Punkte in den Lieferantenhandbüchern, die uns Kunden als Vorgabe mitgeben, sind:
- Ein Größen- oder Artikeletikett mit Barcode sitzt an einer festen Stelle, meist oben rechts auf der Vorderseite.
- Beutel ab einer bestimmten Öffnungsgröße tragen einen Warnhinweis zur Erstickungsgefahr, gedruckt oder als Aufkleber.
- Die Folie soll eine bestimmte Mindeststärke haben oder Lüftungslöcher aufweisen.
- Jeder Karton enthält eine feste Stückzahl, oft nach Größen getrennt und mit Kartonetikett.
Warnhinweise, Sicherheitskennzeichen, Barcodes und Beutelstärken setzen wir nach den jeweils aktuellen Vorgaben Ihres Marktplatzes oder Handelspartners um, die Sie uns mitgeben – wir beraten dazu nicht rechtlich. Konkret heißt das: Sie schicken uns den Text des Warnhinweises in der geforderten Sprache, die Etikettvorlage und die Kartonvorgabe Ihres Abnehmers. Wir setzen sie am Erstmuster um, fotografieren das Ergebnis und warten Ihre Freigabe ab, bevor die Serie beginnt.
Wie viele Sekunden kostet ein gefaltetes Teil im Beutel?
Grundschritt ist das Falten mit Eintüten und Verschließen des Klebestreifens, im Beutelrechner mit 25 Sekunden angesetzt. Jeder weitere Handgriff kommt hinzu. Die rechte Spalte bewertet die Zeit mit dem Kalkulationssatz von 16,50 € je Stunde:
| Ausstattung des Beutels | Sekunden je Teil | Arbeit je Teil, rechnerisch |
|---|---|---|
| Falten und eintüten | 25 | 11,5 ct |
| + Einleger | 28 | 12,8 ct |
| + Größenetikett mit Barcode | 34 | 15,6 ct |
| + separater Warnhinweis-Aufkleber | 40 | 18,3 ct |
| + Kartonieren nach Größe | 42 | 19,2 ct |
Ein Rechenbeispiel: Ein Strickwarenhersteller von der Schwäbischen Alb lässt 15.000 Shirts falten, mit Kartoneinleger in PP-Beutel stecken, mit einem Größenetikett versehen und zu je 40 Stück kartonieren. Der Warnhinweis ist bereits auf die Beutel gedruckt. Mit Greifen und Ablegen ergeben sich 40 Sekunden je Teil, zusammen rund 167 Arbeitsstunden. Das sind 2.750 € Arbeit, 60 € Einrichtung und 1.152 € für den Transport von 4 Paletten über rund 450 km hin und zurück, also 3.962 € gesamt oder 26,4 ct je Teil, davon 18,3 ct reine Arbeit.
Unser Richtwert für Textil falten und eintüten liegt bei 15 ct – 35 ct je Stück, ein Etikett auf dem Beutel bei 4 ct – 10 ct. Richtwerte 2026 – unverbindlich. Ihr konkretes Angebot erhalten Sie nach Anfrage und Muster. Beutel, Einleger und Etiketten sind nicht enthalten; beschaffen wir die Beutel, rechnen wir sie mit Beleg und 8 % Zuschlag ab.
Was kann in Heimarbeit laufen, was bleibt in der Halle?
Einfache, wiederholbare Füllaufgaben mit zwei bis fünf Teilen je Beutel können in Heimarbeit laufen; Schweißanlage, Verschlusskontrolle und die 100 % Ausgangskontrolle bleiben immer in der Halle. Für Textil bedeutet das: Ungefaltete Ware wie Socken im Paar, Schals oder Mützen kann ein Heimarbeitsplatz in den Beutel stecken, sofern keine Faltvorlage einzuhalten ist. Alles, was nach Schablone gefaltet wird, bleibt an den Falttischen in der Halle, weil nur dort die Schichtleitung jede Charge gegen das freigegebene Muster halten kann. Bei großen Stückzahlen verteilen wir die einfachen Anteile bewusst auf beide Wege, damit der Termin hält.
Wie wird geprüft, ob Größe, Farbe und Etikett zusammenpassen?
Die häufigste Reklamation bei Textilbeuteln ist nicht die offene Klappe, sondern das falsche Etikett: ein Shirt in M im Beutel mit L-Etikett, eine rote Variante mit der Artikelnummer der blauen. Wir verhindern das über den Ablauf, nicht über Hoffnung. Jede Größe und jede Farbe läuft als eigene Charge, Etikettenrollen liegen nur für die Charge am Platz, die gerade gepackt wird. In der 100 % Ausgangskontrolle vergleicht eine zweite Person das Größenzeichen im Kragen mit dem Etikett auf dem Beutel, prüft Klebestreifen, Einleger und Faltbild und zählt die Beutel je Karton.
Beutel mit Abweichung werden neu gepackt, bevor der Karton geschlossen wird. Das Zählprotokoll nennt je Karton Artikel, Größe, Farbe und Stückzahl, dazu die Zahl der neu gepackten Beutel mit Grund. Sie bekommen es als Excel oder PDF zusammen mit Fotos der verladenen Paletten.
Was sollten Sie der Anfrage für Textilbeutel beilegen?
- Artikelliste mit Größen, Farben und Stückzahlen je Variante.
- Ein gefaltetes Musterteil oder Fotos der Faltung mit Endmaß.
- Beutelspezifikation oder Muster des Beutels, inklusive Aufdruck des Warnhinweises.
- Etikettvorlage oder fertige Etikettenrollen, dazu die Position auf dem Beutel.
- Kartonvorgabe Ihres Abnehmers: Stück je Karton, Trennung nach Größe, Kartonetikett.
Mit diesen Unterlagen erhalten Sie binnen 24 Stunden ein Angebot mit Sekunden je Teil. Details zur Leistung stehen unter Textilien falten und in Polybeutel eintüten; für eine eigene Überschlagsrechnung nutzen Sie den Beutelrechner, für das konkrete Angebot die Anfrage oder den Anruf bei Elisabeth Zachová unter +420 604 373 376.